Ein BrillenGedicht

 

 

Erstes Kapitel Die Lesebrille

 

Die Jugend schwindet und gar klein, erweist sich jede Schriftart fein,

in 9er Schrift unleserlich, bei schlechtem Licht unweigerlich.

probieren will man mit Pupille, was früher ging auch ohne Brille

 

verkniffen wirkt das Angesicht, entspanntes Sehen ist das nicht;

Mit Müh` und Not und schlechter Sicht, erkennt das Etikett er nicht

und kauft Chateau, schmeckt auch wie Wein, statt Chateauneuf du Pape ein

Verdrossen blickt die Frau daheim, es sollte doch der Gute sein

 

Die Lampen werden angeknipst, die Augen werden gar zum Schlitz,

doch aus ist´s mit der Heiterkeit, hier wirkt die Alterssichtigkeit.

Doch lernt, das weiß ein jedes Kind, durch Schmerzen man, und zwar geschwind.

Drum fasst er einen klugen Plan, schafft sich `ne Lesehilfe an

 

Beim Großgrossisten auf der Wiese, probiert er eben grade diese

und hält die Probe gar sehr nah, weil da es fehlt an Schärfe ja.

Plus zwei heißt diese Korrektur, doch taugt zum nahen Seh`n sie nur

Vergrößert ist, was früher klein, so nah, so gut, doch trügt der Schein

 

Am Bande schwingt die Lesebrille, doch ach so manchem schon im Wege,

gar hinderlich ist das Gerät, doch merkt man`s leider eher zu spät

der Sprudelkasten an der Brust – das führt zuweilen zu Verdruß –

verbogen ist das Sehgestänge, weil vor dem Bauch, da ist Gedränge.

 

Im Angebot da lag der Reiz, doch die Natur, wer will`s bestreiten,

ist nicht symmetrisch allezeiten. Verschieden sind die Dioptrien,

Das stört dann bei den Harmonien – so will sie dennoch nicht gelingen -

so ist es bei verschied`nen Dingen.

 

 

© 2013 by Markus Jörissen

 

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